Was kosten PV Speicheranlagen?



Bei der Kalkulation eines Photovoltaik Speichers sind die Kosten für den Speicher selbst von den Gesamtinvestitionen zu unterscheiden. Zum einen sind moderne Speichersysteme mehr oder weniger integrativ gestaltet, das heißt, sie können Wechselrichter und Steuerungssysteme bis hin zur Einrichtung eines smart grid (intelligente Energiesteuerung) schon beinhalten oder auch nicht. Wenn nicht, erhöht das die Gesamtinvestitionskosten. Zum anderen kann ein Speicher beispielsweise auf Blei-Säure-Basis zwar sehr preiswert sein, muss aber nach sechs bis acht Jahren ausgetauscht werden, während bei Lithium-Ionen-Akkus Laufzeiten bis zu zwanzig Jahren versprochen werden. Die Gesamtinvestition könnte mit Li-Ion-Akkus also auf lange Sicht günstiger ausfallen, die Speicherkosten selbst sind zunächst aber höher.

Ziel des Kostenvergleichs



Im Frühjahr 2013 dürfte es rund 80 bis 100 verschiedene Photovoltaik Speicher geben, der Markt wächst rasant, der Überblick wird für den Endkunden immer schwieriger. Dabei kristallisieren sich einige grundlegende Prämissen heraus, die lauten:

  • Es gibt Blei-basierte Akkusysteme, die günstiger, aber weniger leistungsfähig sein sollen.

  • Lithium-Ionen-basierte Systeme sollten teurer sein, aber viel länger halten. Allerdings sind sie unerprobter und werfen möglicherweise Sicherheitsfragen auf.

Diese Pauschalaussagen sind sehr plakativ, der Endnutzer muss sich über ein einzelnes System im Detail informieren und die Auswahl mit seinen Bedürfnissen an die Speicherung in Einklang bringen. Allein schon die Größe einer PV-Anlage kann die eine oder andere Speichervariante günstiger erscheinen lassen. Ein genereller Vergleich dient aber auch dazu, den Markt wenigstens in Ansätzen kennenzulernen. Wer heute einen Photovoltaik Speicher anschafft, ist in der Situation eines Menschen des 19. Jahrhunderts, der per Zeitreise ins 21. Jahrhundert gebeamt wird und sich ein Auto anschaffen soll: so viele Modelle, von denen er nie etwas gehört hat. Die Technik ist brandneu, hochinteressant, heiß begehrt und unbekannt. So ungefähr stellt sich der Markt der Photovoltaik Speicher dar. Weiteres hierzu bei: www.photovoltaikspeicher.net.

Überschlagskalkulation für einzelne Systeme

Bei den drei grundsätzlich angebotenen Systemen auf der Basis von Blei-Säure, Blei-Gel und Lithium-Ionen ergibt sich der größte Investitionsunterschied pro gespeicherter und entnommener Kilowattstunde zwischen Blei-Säure und Lithium-Ionen. Blei-Säure-Akkus speichern die Kilowattstunde für rund 25 Prozent der Kosten von Lithium-Ionen-Akkus. Die Faustformel nennt hier 200 Euro Investitionskosten pro installierter Kilowattstunde bei Blei-Säure versus 800 Euro bei Lithium-Ionen. Da Lithium-Ionen-Lösungen jedoch in der Automobilindustrie und bei Pedelecs seit einigen Jahren flächendeckend eingesetzt werden, dürften mit dem technologischen Fortschritt auch die Kosten sinken. Wenn die Kosten auf eine entnommene Kilowattstunde umgelegt werden, könnten sich Preise von 40 Cent bei Blei-Säure-Akkus und 50 Cent bei Lithium-Ionen-Akkus ergeben, Blei-Gel-Akkus liegen etwa dazwischen.

Das rechnet sich bislang noch nicht, denn Strom aus dem Netz kostet den Verbraucher zwischen 20 bis 30 Cent pro Kilowattstunde. Daher will die Bundesregierung die Anschaffung von Photovoltaik Speichern fördern, allerdings liegt das bereits fertig geplante Förderprogramm aus dem Umweltfonds seit Februar 2013 auf Eis, weil die Einnahmen aus dem Emissionshandel, die den Fonds vorrangig finanzieren, im Jahr 2012 drastisch gesunken sind. Mit einer Förderung - angedacht sind 30 Prozent der Investitionskosten - könnte jedoch jede Art von Speicherlösung schnell rentabel werden, wenn man gleichzeitig künftig sinkende Preise für die Speicher in Rechnung stellt. Auch beim BMU finden Sie zusätzliche Infos.



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